Ablauf der Taufe

 
Eingangsrieten
 
Wortgottesdienst
 
Taufe
 
ausdeutende Riten
 
Die Tauffeier beginnt an der Kirchentüre!  Wir versammeln uns an der Kirchentüre, eröffnen dort die Feier und begleiten dann erst gemeinsam den Täufling in die Kirche hinein. Wir bringen so zum Ausdruck: Wir gehen mit Dir, kleines Erdenkind, wir begleiten Dich auf Deinem Lebensweg. 
Wir gehen auf das Kreuz zu und bringen damit auch zum Ausdruck. Gemeinsam gehen wir mit Dir den Weg zu Jesus. Wir zeigen Dir den Weg zu Jesus.
Statt mit schnell  in die Kirche hineinzugehen, warten wir am Eingang und machen uns bewusst, dass Gott jetzt bei uns ist und dass jetzt etwas Besonderes geschieht.
 
Den Namen des Kindes ist bereits den Meisten bekannt. 
Wir machen uns aber noch einmal bewusst: Es geht um NN und es geht um die Taufe in welcher Gott das Kind in seine Arme nimmt. Die Taufe ist nicht nur ein uralter Ritus, sondern eine Realität. Gott wendet sich einem konkreten Menschen zu. Wir nehmen uns Zeit. Es geht um NN und um Gott: Ein Mensch wird Christ.
Zu Beginn der Taufe fragt der Priester / Diakon deshalb: "Welchen Namen haben Sie dem Kind gegeben?" 
Den Vornamen haben die Eltern mit Bedacht für ihr Kind ausgesucht. Der Name begleitet einen Menschen ein Leben lang, mit dem Namen kann man einen Menschen ansprechen. Gott kennt alle von uns mit Namen, er kann uns ansprechen, um uns zu sagen:  "DU bist mein geliebtes Kind!" 
 
Danach fragt der Priester / Diakon: »Was erbitten Sie von der Kirche Gottes für N.?« – Die Antwort lautet sinnvollerweise »Die Taufe« (Es kann aber auch »Der Glaube« oder »Die Aufnahme in die Kirche« geantwortet werden).
Auch das ist bereits bekannt und abgesprochen.
Dennoch soll man sich in diesem Moment noch einmal vergewissern, um was es nun geht. Die Taufe ist die Begegnung mit dem lebendigen, realen Gott. Es geht um die Taufe, um das Hineintauchen in die Liebe Gottes.

 
Der Priester / Diakon befragt die Eltern nach ihrer Bereitschaft, das Kind durch eine christliche Erziehung zu einem lebendigen Glauben hinzuführen:
Liebe Eltern, Sie möchten, dass N. getauft wird. Das bedeutet für Sie: Sie sollen Ihr Kind im Glauben erziehen und es lehren, Gott und den Nächsten zu lieben, wie Jesus es vorgelebt hat. Sie sollen mit Ihrem Kind beten und ihm helfen, seinen Platz in der Gemeinschaft der Kirche zu finden. Sind Sie dazu bereit?
 
 Auch an den bzw. die Paten richtet der Priester / Diakon die Frage nach seiner / ihrer Bereitschaft, Verantwortung für eine gläubige Erziehung des Kindes zu übernehmen: 
Liebe Paten, die Eltern dieses Kindes haben Sie gebeten, das Patenamt zu übernehmen. Sie sollen Ihr Patenkind auf dem Lebensweg begleiten, es im Glauben mittragen und es hinführen zu einem Leben in der Gemeinschaft der Kirche. Sind Sie bereit, diese Aufgabe zu übernehmen und damit die Eltern zu unterstützen?
 
Das kleine Kind, das zur Taufe geführt wird, wurde bisher nicht angesprochen. Babies verstehen noch nicht den Sinn der Worte, aber sie spüren, sie fühlen, sie nehmen Berührungen wahr. Und so wird nun das Kind vom Priester / Diakon, den Eltern und den Paten mit einem Kreuzzeichen auf die Stirn bezeichnet.
 
Das Kreuz, das seiner äußeren Gestalt nach wie ein PLUS Zeichen aussieht, ist das "Firmenzeichen" der Kirche. Mit Gott geht es ins "PLUS". Eltern und Paten zeichnen mit ihrem Finger ein PLUS -Zeichen, ein Kreuzzeichen auf die Stirn des Kindes. 
 
Nach den Eingangsriten ziehen wir in die Kirche ein und gehen an den Ort an dem wir das Wort Gottes aus der Bibel hören werden.
Die Lesung kann aus einem Evangelium genommen werden oder irgendeine  andere Bibelstelle enthalten; sie kann vom Priester / Diakon, einem Lektor, einem Paten oder einem anderen Anwesenden vorgetragen werden.
 
Das »Buch Momo, oder "der kleine Prinz" ist kein Buch der Bibel – und somit auch kein Wort Gottes. 
 
 
Die Anrufung der Heiligen ist ein sehr alter Bestandteil der Tauffeier. Sie geht davon aus, dass die Kirche zwar eine irdische Gemeinschaft ist, dass sie sich aber im Glauben auch mit den Heiligen im Himmel vereint weiß.
 
Die Kirche freut sich über beispielhafte Menschen in ihrer Vergangenheit und ist stolz auf sie, erinnert sich an sie und bittet sie um Hilfe und um Beistand.
Trägt Ihr Kind auch den Namen eines / einer Heiligen?
 
Die Fürbitten sollen von den anwesenden Gläubigen vorbereitet und gesprochen werden. Dabei soll auch in den Anliegen der Kirche und der ganzen Welt gebetet werden. Nach jeder Fürbitte folgt eine Gebetsstille und der Antwortruf, z. B. Christus höre uns – Christus erhöre uns.
 
So wie sich die Ringkämpfer im antiken Zirkus mit Öl einrieben, um geschmeidig und schwer zu fassen zu sein, werden die Kinder mit etwas Öl gesalbt. Ähnliche Bilder könnten wir auch in unserer Umwelt finden: Für die Nässe und Kälte des Winters verwenden wir Salben zum Schutz des Gesichts der kleinen Kinder. Wir wissen, dass dem Kind in seinem Leben ein „kalter Wind“ entgegenblasen kann, und wir glauben und hoffen, dass die Taufe und das Leben in der Gemeinschaft der Kirche ihm dabei gut tun und es schützen werden.
 
 
Vor der Taufe widersagen zuerst Eltern und Paten den Verlockungen des Teufels. Sie sprechen nicht stellvertretend für das kleine Kind, das dies noch nicht selbst tun kann, sondern für sich.  Christen können nicht ignorieren, dass es das Böse in der Welt gibt. Aber weil sie durch die Taufe zu Jesus Christus gehören, haben sie die Hoffnung, dass Gottes guter Wille sich letztlich als mächtiger erweist als Bosheit und Leid.
Eltern und Paten widersagen drei mal dem Bösen.
Priester: Widersagt ihr dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben?
Eltern und Paten: Ich widersage.
Priester : Widersagt ihr den Verlockungen des Bösen, damit die Sünde nicht Macht über euch gewinnt?
Eltern und Paten: Ich widersage.
Priester: Widersagt ihr dem Satan, dem Urheber des Bösen?
Eltern und Paten: Ich widersage.
 
Anschließend fragt der Priester / Diakonin drei Schritten nach dem Glauben an den dreifaltigen Gott. Er ist Kerninhalt des christlichen Glaubens und entfaltet sich im Glauben an Gott, den Vater, an Jesus Christus, den Sohn Gottes, und an Gott, den Heiligen Geist. 
Priester / Diakon: Glaubt ihr an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde?
Eltern und Paten: Ich glaube.
Priester / Diakon: Glaubt ihr an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der geboren ist  von der Jungfrau Maria, der gelitten hat, gestorben ist und begraben wurde, von den Toten auferstand und zur Rechten des Vaters sitzt?
Eltern und Paten: Ich glaube.
Priester / Diakon: Glaubt ihr an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der  Heiligen, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben?
Eltern und Paten: Ich glaube.
 
Nun kommt das Wichtigste – die Taufe. Das Kind wird (zumeist von den Eltern, selten auch von den Paten) über das Taufbecken gehalten und vom Priester / Diakon dreimal mit Wasser übergossen (oder auch dreimal untergetaucht). Dabei spricht der Priester / Diakon »Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Es fehlt das Wort "AMEN" welches bedeutet: Ich stimme zu, ich bin einverstanden.
Das kleine Kind kann jedoch noch nicht zustimmen. Auch die Eltern können nicht stellvertretend für das Kind glauben. Aber sie können das Kind in den Glauben einführen, damit es später einmal zustimmen kann.
 
Weil die Taufe so ähnlich ist wie ein Bad oder eine Dusche (nur eben für die Seele und nicht nur für den Körper), wird der Getaufte nun auch »eingecremt« – wie das auch manche Menschen nach dem Baden tun. Aber es ist keine normale Creme, sondern eine ganz besondere Salbe. Sie heißt »Chrisam« (daher auch der Name »Christen«, das heißt: die »Gesalbten«). So wie Könige, Propheten und Priester gesalbt werden, wird nun auch der Getaufte zu einem König – zu einem Propheten – und zu einem Priester.
Die Täuflinge werden vom Priester / Diakon gesalbt, um auszudrücken, dass sie in
Gottes Augen so viel zählen wie Könige.
Außerdem gehören sie durch die Taufe zu Jesus Christus. „Christus“ bedeutet übersetzt „der Gesalbte“. Ein Christ ist also ein Gesalbter. Er ist auch ein Prophet, denn jeder Christ soll seinen Glauben mit anderen teilen.
Jeder Getaufte soll nun wie ein König im Namen Gottes handeln, wie ein Prophet in seinem Namen reden und wie ein Priester heilen.
Chrisamöl besteht aus reinem Olivenöl dem etwas Balsam beigemischt wird. Es wird in der Bischofskirche im Rahmen der Chrisam-Messe am Gründonnerstag, oder einem anderen Wochentag der Karwoche, vom Bischof geweiht.
 
Wer gebadet hat, zieht sich frische Sachen an. Das geschieht auch nach der Taufe: Ein wunderschönes weißes Kleid wird dem Getauften überreicht. So rein und weiß wie das Kleid ist nun auch die Seele des Getauften – und wie wir uns durch unsere Kleidung schick machen, ist nun auch der Getaufte durch die Verbindung mit Jesus »schick« und fein geworden. In ihm lebt nun Jesus, den der Getaufte wie ein Kleid angezogen hat.
 
Das weiße Kleid ist ein Zeichen dafür, dass der Täufling durch die Taufe
sozusagen neu geschaffen wird. Die weiße Farbe ist ein Symbol der Unschuld
und der Reinheit. So wie das Gewand hell und ohne Flecken ist, ist auch der
Getaufte ohne Fehler und Schuld.
Nach der Taufe gehört der Getaufte ganz eng zu Christus. Im Galaterbrief
heißt es: „Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, hat Christus als Gewand
angelegt“ (Galater 3, 27). So wie das Hemd wärmt und schützt, so wärmt und
schützt auch der Glaube.

Die Länge, die traditionell übermäßig ist, steht symbolisch dafür, dass der
Täufling in den Glauben an Gott erst noch hineinwachsen muss, ohne
diesbezüglich je ausgewachsen zu sein.

Ursprünglich hat das Anlegen des weißen Kleides seinen Sitz in der
Erwachsenentaufliturgie der alten Kirche. Die in der Osternacht Neugetauften
legten sich weiße Kleider an und trugen sie acht Tage lang (daher hat der
„Weiße Sonntag“ seinen Namen). Mit dem Anlegen des weißen Kleides sollte
auf den Stand, die neue Würde des Menschen von Christus her hingewiesen
werden. 
 
Das Taufkleid wird entweder von der Pfarrei zur Verfügung gestellt, oder in der Familie gibt es ein Taufkleid, das über Generationen weitergegeben wird.
 
 
 
Als letztes Zeichen wird die Taufkerze entzündet. In jeder Kirche gibt es eine Osterkerze, sie ist ein Zeichen für Jesus, der zwar tot war, aber nun wieder lebt. Die Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet: Der Getaufte ist durch die Verbindung mit dem lebendigen Jesus hell wie eine brennende Kerze geworden und soll auch für andere ein Licht sein.
Christus selber ist das Licht, das in der Taufe zu diesem Kind gekommen ist. Dieses Licht wird niemals ausgelöscht werden. Kerzen sind generell Symbole für Christus als Licht der Welt und seine Aufforderung an uns, selbst Licht der Welt zu sein.
Die Taufkerze wird von den Eltern oder Paten an der Osterkerze entzündet, um zu zeigen, dass das Licht von Christus empfangen wird.
Jesus Christus sagt: "Ich bin das Licht der Welt!" (Johannes 8,12), aber auch "Ihr seid das Licht der Welt!" (Matthäus 5,14)
Es genügt nicht, ein Kirchenlicht zu sein und über die finstere Welt zu klagen. Als Mensch, der seine Taufe ernst nimmt, muss ich selbst Licht in die Welt bringen, also Orientierungshilfe für andere sein.
Die
Taufkerze kann einen das ganze Leben von Anfang bis zum Ende ein Begleiter
sein: bei der Erstkommunion, der Firmung, bei der Hochzeit kann sie neu
angezündet werden, und auch bei der Beerdigung kann sie brennen. Es ist
immer dieselbe Kerze, wie es immer derselbe Gott ist, der uns begleitet
 
Der Priester / Diakon berührt Ohr und Mund des Täuflings und spricht das Wort Jesu: "Effata " – Tu dich auf! Öffne dich! (Vgl. Markus 7,31-37).  Auch die Ohren und der Mund des Kindes sollen sich auftun – für die übernatürlich, unsichtbare Wirklichkeit des Glaubens.
Die drei "asiatischen Affen" (nichts hören, nichts sehen, nichts sprechen) sind nicht das Ideal christlicher Lebensgestaltung. Christlicher Glaube spricht vielmehr: Effata – öffne deine Sinne! Nimm die Wirklichkeit um dich herum wahr, sei hellhörig, schau genau hin, rede mit und gestalte mit!
 
Abschluss
 
Alle Menschen sind geliebte Geschöpfe Gottes, aber die Getauften sind jetzt wie Jesus auch seine geliebten Kinder. Deshalb dürfen wir zu Gott nicht nur »Herr« oder »Allmächtiger« sagen, sondern wir dürfen ihn Vater nennen. Das wollen wir auch sofort genießen und sprechen deshalb das »Vaterunser«, das Jesus uns selbst beigebracht hat.